Magendrehung

 Magendrehung beim Hund

Magendrehung

Die tödliche Gefahr für den Hund. Aber warum?

Bei der Magendrehung rotiert der Magen, oftmals mit der Milz zusammen, im Uhrzeigersinn, was in kürzester Zeit zu lebensbedrohlichen Zuständen führt. Die Magendrehung des Hundes ist ein absoluter Notfall, mit dem Herzinfarkt des Menschen vergleichbar.

Kommt es zu einer Magendrehung, muss sofort gehandelt werden. Es geht hier um Minuten, ja sogar um Sekunden! Daher ist es besser, wenn Sie schon jetzt die Symptome einer Magendrehung kennen, dann können Sie in einem solchen Notfall sofort handeln und müssen nicht erst recherchieren.

Wieso trifft eine Magendrehung fast ausschließlich den Hund?

Der Magen ist durch Bindegewebe mit dem Darm verbunden. Außerdem ist er sehr locker innerhalb des Bauchraums aufgehängt.

Der Magen wird, zusammen mit der Milz, von Bindegewebe umfasst. Dadurch ist die Milz, wenn der Magen eine Drehung vollführt, in den meisten Fällen mitbetroffen. Das kann auch für Teile des Dünndarms und der Bauchspeicheldrüse gelten.

Auch wenn die äußerlichen Unterschiede zwischen Wolf und Hund teilweise enorm sind: Wölfe sind die Vorfahren unserer Hunde. Und der Magen eines Wolfes musste extrem dehnbar sein. Denn er bekam nun mal keinen Futternapf regelmäßig präsentiert. Wenn er eine Beute erjagd hatte, musste sie oft für einige Zeit ausreichen.

Bei anderen Lebewesen ist der Magen im Bauchraum nicht so locker aufgehängt. Eine Ausnahme sind noch Großkatzen. Hierzu gibt es jedoch kaum Informationen.

Wie kommt es zur lebensbedrohlichen Magendrehung?

Der klassische Fall ist, dass ein Hund tobt oder sich wälzt, wenn er gerade gefressen oder auch sehr viel getrunken hat. Es gibt jedoch auch Fälle, bei denen es bei liegenden Hunden zu einer Magendrehung gekommen ist.

Bei entsprechender Bewegung kann sich der Magen aufschaukeln und Übergewicht entwickeln, er dreht sich um die eigene Längsachse. Das ihn umfassende Bindegewebe ist sehr locker, so dass es die Drehung nicht verhindern kann.

Die Speiseröhre wird zusammen mit dem sogenannten Pförtner, dem Mageneingang, verschlossen. Das Gleiche passiert in die andere Richtung, also zum Dünndarm hin.

Somit wird der Magen immer stärker abgeschnürt. Gase im Magen können nicht entweichen. Ebenso werden Blutgefäße und Nerven abgeschnürt.

Durch die Unterversorgung von Blut und damit Sauerstoff beginnt Gewebe abzusterben. Es folgen Kreislaufschock, Kreislaufversagen und schließlich der Tod.

Welche Hunderassen sind besonders gefährdet?

Von einer Magendrehung sind speziell großwüchsige Hunde mit einem breiten Brustkorb betroffen. Auf Platz 1 befindet sich hier die Deutsche Dogge.

Neben der Deutsche Dogge sind das z.B. Setter, Deutsche Schäferhunde, Boxer, Bernhardiner, Chow Chow, Dobermann, Greyhound und Molosser.

Aber auch mittlere und kleine Hunde, genau wie Mischlingshunde, bleiben von einer Magendrehung nicht verschont. Es kann z.B. Cocker oder sogar Yorkshire-Terrier treffen!

Welches Verhalten kann eine Magendrehung fördern?

Auch das Schlucken von Luft kann das Risiko einer Magendrehung erhöhen. Oft tritt dieses Luftschlucken auf, wenn der Hund sehr aufgeregt ist. Z.B. wenn es etwas zu Fressen gibt. Auch Stress kann das Auftreten einer Magendrehung begünstigen.

Es wird teilweise ein erhöhter Futternapf mit einem verstärkten Luftschlucken in Verbindung gebracht. Andererseits kann eine höher gelegene Futterschüssel den Bewegungsapparat des Hundes entlasten.

Besonders, wenn er im Bereich seiner Hinterläufe Probleme haben sollte. Denn Hunde verlagern sowieso schon 3/5 ihres Gewichts nach vorn. Existiert hinten ein Problem, dann werden die Vorderläufe noch stärker belastet. Weitere Probleme im Bewegungsapparat sind vorprogrammiert.

Beobachten Sie daher Ihren Hund: Muss er viellicht aufgrund eines höheren Napfes stärker aufstoßen?

Welche Rolle spielt die Tageszeit?

Magendrehungen scheinen häufiger am Abend und in der Nacht vorzukommen als morgens oder tagsüber. Tierkliniken haben aber Notdienste, die Sie in so einem Fall in Anspruch nehmen können und sollten.

Spielt das Alter bei einer Magendrehung eine Rolle?

Eine Magendrehung tritt eher bei Hunden ab einem Alter von 2 Jahren auf.

Und ältere Hunde scheinen häufiger betroffen zu sein.

Denn, wer kennt das nicht ab einem gewissen Alter: Die Gewebsspannung lässt mit der Zeit nach! Und das gilt auch für die Bänder, an denen der Hundemagen aufgehängt ist.

Welches sind die Symptome für eine Magendrehung?

  • Unruhe: Keine Lage ist dem Hund recht, er kann nicht lange sitzen, liegen oder stehen
  • Würgen, Speicheln, Versuch des Erbrechens (der nicht gelingt!)
  • ggfs. gekrümmter Rücken
  • sehr plötzliches Auftreten der Symptome (gerade war der Hund noch ganz entspannt und plötzlich ist er extrem unruhig)
  • zunehmende Aufblähung (Tympanie), Atemnot
  • akutes, in kurzer Zeit tödliches Kreislaufversagen

Wie wird eine Magendrehung diagnostiziert?

  • die endgültige Diagnose erfolgt über ein Röntgenbild
  • sehr typisch ist hier eine sogenannte „Kompartmentbildung“ : Dabei entsteht durch die Abschnürung eine Unterteilung, so dass die inneren Organe wie einzelne Abteilungen aussehen. Der Magen hat dabei ein zipfelmützenartiges Aussehen. – Die Röntgenaufnahme zeigt außerdem, wie weit das Geschehen fortgeschritten ist

Wie sieht die Therapie für eine Magendrehung aus?

  • Es handelt sich hier um einen Notfall mit sofortigem Operationsbedarf
  • Der Magen wird im Rahmen der Notoperation wieder in seine ursprüngliche Lage gebracht
  • Der Magen wird außerdem entleert
  • Zusätzlich wird die Magenwand an der Bauchwand fixiert, was sich Gastropexie nennt. Der Grund hierfür ist, dass, ist es erst einmal zu einer Magendrehung gekommen, die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Magendrehung hoch ist.

Wie ist die Prognose bei einer Magendrehung?

  • Die Prognose ist sehr schlecht, wenn zu lang mit der Operation gewartet wird. Der Hund wird sterben, wenn nicht operiert wird. Insgesamt beträgt die Sterblichkeitsrate 15 bis 33%, unter Umständen sogar 40%.
  • Sicherlich sind hier nicht alle Todesfälle durch Magendrehung berücksichtigt, da die Hunde zu Hause verstorben sind.
  • Für den Fall, dass Sie mit Ihrem Hund zur nächsten Tierklinik fahren, da Sie den Verdacht auf eine Magendrehung haben: Bitte bewegen Sie Ihren Hund nicht bzw. so wenig wie möglich! Falls er noch gehen kann, dann lassen Sie ihn. Aber achten Sie auf irgendwelche Dehnungen! Setzen Sie ihn so schonend, wie nur irgendwie machbar, in Ihr Auto!
  • Während Sie zur Klinik fahren, sollte jemand parallel in der Klinik anrufen und dem Klinikpersonal den Verdacht mitteilen. So steht bei Ihrem Eintreffen sofort alles bereit und es geht keine Sekunde verloren!

Wie kann man einer Magendrehung vorbeugen?

  • Optimierung der Fütterung (nicht 1x am Tag)
  • keine üppigen Mahlzeiten (also die Menge in 2 Rationen aufteilen)
  • abends nur geringe Futtermengen
  • nach der Fütterung eine Ruhepause von etwa 1 bis 1,5 Stunden! Kein Toben nach dem Fressen und kein Wälzen im Gras!!
  • nicht das Drehen über den Rücken nach einer Mahlzeit fördern!
  • hochwertiges Futter füttern (Achten Sie auf Konservierungsstoffe und auf den Gehalt an Kohlenhydraten. Ein zu hoher Anteil an Kohlenhydraten kann für eine starke Volumenzunahme im Magen sorgen.)
  • Bei besonders gefährdeten Rassen lohnt es sich, sich über den Einsatz einer Webcam Gedanken zu machen. 

Und eine ganz große Bitte zum Schluss: Wenn Sie sich unsicher sein sollten: Fahren Sie lieber einmal mehr in eine Tierklinik als einmal zu wenig.

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